Einen Hauch Arosa versprüht

Komiker Daniel Ziegler war der Stargast am «Humorfestival» der Bürgermusik Untereggen.
(Bild: Ursina Ghilardi)

UNTEREGGEN. Am Freitag- und Samstagabend führte die Bürgermusik Untereggen ihre Abendunterhaltung auf. Das Motto war «Humorfestival». Unterstützt wurde die Bürgermusik vom Bassisten und Komiker Daniel Ziegler. Zudem fand der erste Auftritt der BMU-Kids statt.

Sichtlich gelangweilt steht Daniel Ziegler während der Begrüssungsrede des Bürgermusik-Präsidenten Andreas Kobler auf der Bühne. Er verdreht die Augen und verzieht den Mund. Eins ist sicher: Die Abendunterhaltung der Bürgermusik Untereggen (BMU) ist der letzte Ort, an dem Ziegler an jenem Abend sein möchte. Dies zur Freude des Publikums. Es amüsiert sich köstlich über die schlechte Laune des Komikers, der aus der Fernsehsendung «Giacobbo/Müller» als mürrischer Bassist bekannt ist. In der Mehrzweckhalle Untereggen führt er als schlecht gelaunter Moderator und Störefried durch das «Humorfestival».

Premiere der BMU-Kids

Eröffnet worden ist die Abendunterhaltung mit einer Premiere: Die BMU-Kids sind erstmals aufgetreten. Unter der Leitung von Daniel Riedener hatten die neun- bis fünfzehnjährigen Musiker ein kleines Konzert vorbereitet. Riedener hatte das Projekt in den vergangenen Herbstferien gestartet, um die Jungbläser anzuspornen und zu motivieren. «Es macht den Kids viel Spass, und es ist schön, eine neue Generation BMU-ler heranwachsen zu sehen», sagte Bürgermusik-Präsident Andreas Kobler. Er ist zuversichtlich, dass das Projekt weitergeführt wird. Kraftvoll ging das Konzert weiter mit einem Marsch von Major G. H. Willcox. Die Bürgermusik unter der Leitung von Stefan Roth bewies einmal mehr, dass sie am Kantonalen Musikfest im Mai verdient gewonnen hatte. Gleichfalls überzeugend spielten sie die mehrsätzige Suite «The Hymn of the Highlands». Ob leise und filigran, ob laut und fetzig: Die Brass Band glänzte hier wie dort. Nicht zuletzt durch die schön gespielten Solos gelang es der BMU, das Publikum mit ihrer Musik in die wunderbar rauhen Landschaften des schottischen Hochlands zu entführen.

Das Humorfestival

Nach dem konzertanten Teil zeigte die Bürgermusik, dass in ihren Reihen nicht nur musikalische Talente stecken. In Sketchen bewiesen mehrere Mitglieder ihr schauspielerisches und kabarettistisches Können. So begeisterte etwa eine Kurzvorführung von Schillers «Wilhelm Tell» das Publikum, frei interpretiert und mit verschiedenen Dialekten und Werbesprüchen gewürzt. Passend dazu wollte die Bürgermusik die «Tell-Fantasie» von Franz Krüger zum Besten geben. Doch da fühlte sich Daniel Ziegler gezwungen einzugreifen. Viel zu langsam spielte die Band seiner Meinung nach, und zudem fehle der dramatische Unterton. Kurzerhand nahm er Stefan Roth den Dirigentenstab aus der Hand und hetzte die BMU durch die ersten Takte. Er verliess die Bühne jedoch wenig später entnervt. Seine Begründung: Die Musiker müssten das Stück erst üben. Das Publikum lachte. Mit einem Lächeln setzte Roth das Stück erneut an, und Andreas Kobler brillierte mit einem Xylophon-Solo.

«Highlight des Abends»

Selbstverständlich durfte an diesem Humorfestival eine kabarettistische Nummer von Stargast Daniel Ziegler nicht fehlen. Er kündigte sich in seiner bescheidenen Art gleich selbst als «Highlight des Abends» an. Und tatsächlich beherrschte er sein Instrument virtuos. Doch bei Ziegler steht nicht seine Musik im Vordergrund. Mit unablässigen Kommentaren zu seinem Spiel verlieh er seinem Auftritt eine komische Note. Ganz verzückt wurde er, als er von den Quinten und Akkorden erzählte, die seine Finger griffen. Passend verschwand mit dem Verklingen des letzten Tones auch seine Begeisterung wieder. So schlecht gelaunt wie eh und je führte er weiter durchs Programm. Ziegler war nicht der erste Gast, der die Bürgermusik an einer Abendunterhaltung unterstützte. So standen zum Beispiel schon Philip Maloney oder die Swiss Singers in Untereggen auf der Bühne. «Diese Auftritte sind immer etwas Besonderes», sagt PR-Chef Markus Allmann. Der Auftritt von Ziegler werde ihm lange in Erinnerung bleiben. Unvergesslich bleiben wird der Abend auch Stephan Broger. Er wurde für seine 35jährige Mitgliedschaft in der Bürgermusik geehrt.

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